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Luxkalif Seite 5

Das Mitchell Lumitone Radio

Dieses Radio aus den USA ist Eines meiner Lieblingsradios. Ich habe es lange gesucht und schliesslich gefunden. Ausschlaggebend waren natürlich der Zustand und der Preis. Bevor die US-Post entscheidend die Transportpreise nach Übersee (u.a. auch Europa) erhöhte, ersteigerte ich bei ebucht.com das Gerät für schlappe 50 Dollars plus 30 Dollar Transportkosten. Die Höhe der Transportkosten lagen an dem volumigen aber originalen Lampenschirm, den ich unbedingt haben wollte. Das Hartplastik-Gehäuse war intakt, der Zustand des Chassis interessierte mich wenig, die Röhren waren komplett, auch wenn die sehr wenig Geld kosten bis heute. Natürlich findet man das Schaltbild des Radios online, aber ich hatte es eh in meinem Fundus der Schaltpläne. Das Mitchell-Lumitone ist eine sogennantes Table-Top Radio, es stand neben dem Sofa oder dem Lesesessel, und wenn jemand dann die Augen ausruhen wollte, schaltete er bequem das Radio ein. Dieses Gerät wurde nicht in großen Stückzahlen produziert, selbst in den USA ist es relativ selten in gutem Zustand und zu gutem Preis zu finden. Der Empfänger ist ein Standard Broadcast und montiert Stahlröhren mit der Oktalfassung. Natürlich für 115 Volt, was kein Problem ist für das Radio, ein Vorschalttrafo reicht, aber wo findet man in Europa eine 115 Volt Glühlampe mit Bajonettsockel? Gesucht und gefunden, eine nette Person in Deutschland hatte dieses Leuchtmittel mit 15 Watt Leistung, fragt mich nicht, woher, wahrscheinlich von den Ex-Ami Stützpunkten der Nato. Ich kaufte 2 , eine als Reserve, die Leistung reicht, ich wollte den Trafo nicht zu fett machen. Der Empfänger ist erstaunlich empfindlich, nach Austausch der üblichen Verdächtigen funktioniert er wirklich perfekt.
Stelle hier ausnahmsweise das Schaltbild und eine kleine Querschnittszeichnung von dem Radio ein, danach folgen die Foto, diese sind alt und deswegen in niedriger Auflösung.

 

 
 


 


Das ausgebaute Chassis, 3 Stahlröhren, Gleichrichter und Endröhre mit Glaskolben und (welch ein Luxus für US-Geräte!) eine Skalenbeleuchtung. Das Gerät ist wie üblich in Allstromausführung mit Massebus, kein Netzpol liegt am Chassis.
 



Kompletter Austausch der üblichen Verdächtigen, wer hier einen Kondensator spart, macht von Anfang alles falsch, was man falsch machen kann
 
 



Gereinigt und fertig zu Einbau, natürlich probiert man die Funktion vorher
 


Vorsichtiges Montieren des Chassis in der Halbschale des Gehäuses, das Plastikteil ist dünn und sehr empfindlich
 


 

Alles passt, nur der Lautsprecher ist naja, austauschen wollte ich ihn nicht, er kratzt nicht, also bleibt er drin



 

Alles zusammengebaut, es fehlt die Montage des Leuchtmittelsockel, das Radio am Vorschalttrafo funktioniert perfekt. Was will man mehr, es ist immer ein grundsätzlicher Fehler, neue Kondensatoren zu sparen

 
Alles perfekt, und ab ins Regal!

Goebbels Schnauze und Gröfaz Schnarren, der "Drahtfunk" des dicken "Meier" ( auch genannt Göring)

Während man in den USA entspannt im Chairside dem Swing aus dem Lumitone Radio lauschte, war die US-Airforce damit beschäftigt, Deutschland in Schutt und Asche zu legen. Spätestens ab 1943 lief der dicke "Meier" Tag und Nacht nur noch mit runtergelassenen Hosen umher (Göring sagte, sollte jemals ein feindlicher Bomber über Berlin erscheinen, will ich Meier heissen!), und der hatte einen verdammt dicken Hintern! Die inzwischen auf Drahtfunk umgerüsteten Einkreiser Schnarren der Volksempfänger und Goebbels Schnauzen waren rund um die Uhr damit beschäftigt, die Nachrichten vom Einflug der Bomberverbände aus den Befehlsstellen der jeweiligen Flakdivisionen zu übermitteln und man lebte mehr im Schutzraum als in der Wohnung, sofern es die noch gab. Die Gegenwehr der deutschen Luftwaffe erlahmte mehr und mehr, erfahrene Piloten gab es ab 1944 relativ wenig, Materialmangel und ab Ende 1944 auch Spritmangel führten zum bekannten Ende. Dabei spielte es keine Rolle, wieviele Bomber man abschoss, 3 oder 30 oder 300, auf den Fertigungsstraßen in den USA standen weitere 3000 bereit. US-Pilotenmangel konnte relativ schnell ausgeglichen werden, die Verluste über dem deutschen Himmel waren zwar empfindlich, aber das Nachwuchs Reservoir war enorm gross. Ab Ende 1944 war dann Ende Gelände für "Meiers" Luftwaffe, die Alllierten schossen alles zusammen, Tag und Nacht und überall. Was überlebte waren zahlreiche DKE und Volksempfänger des Herren Goebbels und Konsorten, sogar nach Ende des Krieges baute man 1945 aus Restbeständen den DKE im Holzgehäuse nach bei Siemens in Berlin. Das Gehäuse fertigten Tischler aus Holz, die Bakelit-Pressmaschinen lagen zertrümmert unter den Schutthaufen der Fabriken.



Siemens Nachbau des DKE 1945 mit dem Originalchassis und Original-Röhrenbestückung, das Gerät ist perfekt und benutzt die Originalröhren
 

 
Der Vorläufer in Bakelit, die Goebbelsschnauze stand in fast jedem Schutzraum. Auch dieses Gerät original mit dem Original Röhrensatz.
Der Nazi-Geier ist weg gekratzt worden nach dem Kriege, man wollte sehr schnell vergessen
 


 

Modell 38 mit Skala, aber immer  ein Einkreisgerät. Auch dieses natürlich original, mit  originaler Röhrenbestückung und Nazi-Pleitegeier links und rechts, was relativ selten zu finden ist. Die meisten Nazi-Geier wurden nach dem Krieg weggekratzt oder weg geschliffen als eine Art "home made" Entnazifizierung, man wusste ja nichts, hatte damit nichts zu tun gehabt, war nie in der Partei gewesen, und überhaupt war es ja Schuld der Anderen gewesen.




Ausführungen des VE301 in Gw und Wn, der Gw funktionierte auch für Gleichstromnetze. Links und rechts Membra Sperrkreise, um zu stark einfallende Ortssender zu filtern. Trotzdem sie Einkreiser waren, waren diese Geräte bei richtiger Antenne und Erdung erstaunlich empfindlich, abends heimlich das "BumBumBum" der BBC-London zu hören, war einfach. Hören der Feindsender war unter Todesstrafe verboten, man riskierte also wirklich Haut und Kragen, das Risiko denunziert zu werden war enorm groß.