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Luxkalif Seite 21

Mein UKW Stereo Projekt

Wie alles anfing: Ich suchte Ausgangsübertrager für die EL95 und jemand bot mir in einem Forum 2 Stück davon an zusammen mit einem Grundig UKW Tuner, der mit der ECC85 bestückt war. Kurz danach bekam ich eine fertige ZF Platine angeboten, die bei ihm zu Hause nur Staub ansetzte. Im Keller hatte ich 2 alte Röhrennetztrafos liegen, davon war Einer für einen Röhrengleichrichter ausgelegt und ausserdem eine Handvoll PL95, die ich als Endröhren verwenden wollte. Im Bastelzimmer war eine weitere Platine als Stereoaussteuerungsanzeige mit 2 Stück EM800 bereits fertig aufgebaut, die auf eine sinnvolle Verwendung wartete, auch ein Chip Stereodecoder mit TA7343 war bereits fertig aufgebaut. Damit war das Projekt klar: Ich wollte eine UKW Stereo Radio bauen. Meine Bedingung war, so kompakt wie möglich zu bauen, ein 1mm Stahl U-Blech war schnell gebogen und lackiert und hatte die Abmessungen Länge 300 mm, Breite 190 mm und Innenhöhe 80 mm. Damit das Blech genug Stabilität bekam, war vorgesehen, dieses in einen genuteten Holzboden einzusetzen, der gleichzeitig  zur Befestigung der Seitenwände mt 2 kleinen Kontrolllautprechern diente. Die Montagefläche 300x190 mm ergab sich durch die Anordnung der Platinen und des UKW Tuner, insgesamt kamen 5 Platinen zum Einsatz: ZF Platine, Endstufenplatine, Decoder Platine, Platine zur Anpassung der Netzspannung von 230V auf 220V für die Primärwicklungen der alten Netztrafos und zur Siebung der Anodenspannung für die Endstufen und der Aussteuerungsanzeige und die Platine der Stereoanzeige. Hinzu musste noch eine Gleichrichterröhre AZ41 und ein Becher-Ladeelko von 33 uf auf der Oberseite verbaut werden. Damit war das Chassis von oben knackvoll.
In dem Radio sind damit 15 Röhren  und ein Decoder Chip verbaut. Die beiden kleinen Platinen für die Endstufen und der Netzspannungsanspassung waren schnell hergestellt. Das löste ich mit Nagellack und Ätzbad.

Vorab:
1) Das Radio funktioniert sehr gut und hat selbst mit einem Innen Falt Dipol guten Stereoempfang bei der Mehrzahl der zu empfangenen Stationen hier in Trient, wo es landestypisch eigentlich nur schwache Sendestationen gibt mit sehr begrenzter Senderleistung.
2) Der extrem kompakte Aufbau unter dem Chassis hatte auch einen grossen Nachteil. Ich wollte die beiden Netztrafos einseitig unter der Netzteilplatine und der Platine der beiden EM800 anordnen, also so weit wie möglich entfernt von der HF-, ZF- und NF- Seite. Das klappte auch als Millimeterarbeit, bei den Proben stellte ich dann fest, das die beiden Netztrafos gegenseitig eine starke magnetische Einstreuung hatten, die zu Heizungs- und Anodenbrumm führten. Die Heizung lag natürlich einseitig auf Masse und jede Masseleitung ging sternförmig zum zentralen Massepunkt des Ladeelko 33 uf.
3) Das Radio sollte völlig brummfrei arbeiten, eine Brumm durfte selbst in einem hochempfindlichen Kopfhörer nicht wahrnehmbar sein, also war weitaus mehr Brummfreiheit gefordert als in einem alten Radioapparat.

Damit schied eine Wechselstromheizung aus, also wurden Tuner und ZF Platine auf Gleichstromheizung umgebaut. Dazu benötigte ich sehr hohe Elko Kapazitäten, in der Grabbelkiste im Keller befanden sich noch Platinenelkos für 16V und für 10V. Als Gleichrichter verwendete ich 4 Schottkydioden 6A, der Ladeelko wurde 66000 uf, der Siebwiderstad 0,22 Ohm und der Siebelko 30000 uf. Damit stellten sich dann an der 6,3 Heizwicklung des Trafos am Platineneingang genau 6,4 V Gleichspannung ein. Damit wurde das Brummproblem vollständig gelöst und selbst mit der Spannung arbeitet der Stereodecoder perfekt (4,5V bis 12V = Versorgungsspannung möchte der TA7343 haben). Der 1.Trafo versorgte den Tuner und die ZF Platine mit der Heizspannung und der Anodenspannung.
Der 2. Trafo versorgte die Endstufenplatine und die Anzeigeplatine, hier reichte die Wechselstromheizung aus, lediglich die Anodenspannung musste aufwendig gesiebt werden. Für die AZ41 ist der zulässige Ladeelko maximal 50 uf, nach dem Siebwiderstand von 560Ohm folgte ein 680uf Siebelko und das Problem war auch hier vollständig gelöst.
Im Kopfhörer war das Radio jetzt völlig brummfrei. Ich verwendete 2 Trafos, da ich einen Trafo für die erforderliche Leistung nicht hatte.
Es war auch das Ziel, lediglich vorhandene Bauteile zu verwenden, also keine Bauteile zu kaufen. Der Keller muss ja mal langsam leerer werden!
Aber durch diese Massnahmen konnte ich den selbst verursachten Fehler beseitigen und das Radio blieb so kompakt wie geplant.
Bei den Proben änderte ich noch die Röhrenbestückung. Auf der ZF Platine war in der Begrenzerstufe eine EF85 montiert, trotzdem ich jede Menge neue und neuwertige EF85 ausprobierte, ergaben diese immer ein lecht verzerrtes Signal, ausserdem gefiel mir die Ästhetik nicht, der Röhrenkolben der EF85 baut höher als der der EF89. Nach Rücksprache und etwas Mailverkehr mit einem Fachmann, riet dieser, doch einfach anstatt der 85 auch dort eine 89 auszuprobieren. Bingo! Die Verzerrungen waren weg und ich musste nichts auf der Platine ändern, was so viel geheissen hätte, das Radio noch einmal zu demontieren, wozu ich natürlich keine Lust mehr hatte. Auch in der Kathodenausgangsstufe der ZF-Platine montierte ich eine ECC83 anstatt einer ECC81. Letztere wird immer noch in alten UKW Eingangsstufen gebraucht, also unsinnig, diese in der NF zu verbraten. Ausserdem montierte auch die Anzeigeplatine eine ECC83, also wurde eine Standardisierung durchgeführt.
Damit ergab sich die Röhrenbestückung zu: ECC85, EF89, EF89, EF89, EAA91, EC92, ECC83, PL95, PL95, ECC83, EAA91, EAA91, EM 800, EM800 und AZ41 ( da der 2.Trafo noch eine  separate 4 Volt Heizwicklung hatte) und TA7343.
Ein Wort noch zum Abgleich des Radios: Die ZF Platine war vorabgeglichen, sie kam aus einem anderen Radioprojekt. Das war Glück, denn den Messpark um solch einen Abgleich durchzuführen, besitze ich nicht (mehr). Ich musste den Ratiofilter um eine halbe Umdrehung verstellen und an der 3. ZF ebenfalls eine halbe Umdrehung nachstellen. Die 1.ZF im UKW Tuner passte perfekt, wie auch die anderen abgeglichenen Spulen.
Eingestellt wurde auf grösste Lautstärke und Verzerrungsfreiheit.
Zu den Spannungen: Die ZF Platine benötigt gut gesiebte 250V, der UKW Tuner 209 V. Die wurden mit den jeweiligen Vorwiderständen auch genau eingestellt, die Endstufen (PL95) wurden auf schonende 230V eingestellt, damit ergibt sich eine Ua an den Anoden der Endröhren von circa 215 V, auch an der Anzeigeplatine werden 230V angelegt. Der Vorstufen Netztrafo besitzt eine Anodenwicklung 250V für ca. 70mA und eine Heizwicklung für 2,5A. Für die Versorgung des Tuner und ZF Platine reichte er völlig aus, das beweist auch, das der Vorwiderstand zur Anpassung von 230V auf 220V bei 100 Ohm verbleiben konnte. Der 2. Trafo hatte 300-0-300V zu 60mA, 6,3V mit 2 A und 4 V 1A als Wicklungen. Da dieser mehr ausgenutzt wird, musste der Vorwiderstand von 100 Ohm auf 47 Ohm angepasst werden. Dadurch stellen sich bei beiden Trafos bei 230V Netzspannung exakt 220-221 V an den Primärwicklungen ein. Die Trafos werden auch im Dauerbetrieb lediglich handwarm.
Das Radio wurde zum Betrieb an 2 externen 4 Ohm Boxen ausgelegt.
In den Endstufen werkeln 2 kleine PL95, die für ausreichende Lautstärke im Arbeitszimmer sorgen und auch von der AZ41 gut versorgt werden können, die ca. 6,3- 6,4V Heizspannung erniedrigt ein 3,3 Ohm Widerstand auf di notwendige Spannung von 4,45-4,5 V. Die PL95 sind preiswerter zu bekommen als die ohnehin schon teuren EL95 und die Vorhandenen behalte ich als Ersatzbestückung für alte Radios.
Der alte Grundig Tuner stimmt zwischen 88 und 104 Mhz ab. Es gibt heute UKW Konverter mit Chip, die man in die Antennenleitung legt und die dann das Band von 88 bis auf 108 Mhz erweitern, ein Freund schickte mir so ein mikroskopisches fertig aufgebautes Bauteil, das auch gut funktioniert. Da aber hier zwischen 104Mhz und 108Mhz keine Sender liegen, die mich interessieren, habe ich auf den festen Einbau verzichtet.
Die Diskussion, welches ZF Verbindungskabel vom Tuner zur ZF Platine jetzt unbedingt notwendig ist, spielt bei einer Länge von 15 cm keine Rolle und ist rein akademischer Natur. Fakt ist, ein normales geschirmtes Diodenkabel, welches als Beipack bei jedem CD Player beiliegt, ist völlig ausreichend. Der Netzanschluss ist ein dreipoliges Kabel, die Erde kam an das Chassis (Masse). Primärseitig ist eine Sicherung und ein doppelpoliger Ausschalter. Die Eingangs- und Ausgangsbuchsen sind für Bananenstecker, die Antenne ist ein normaler Faltdipol für 2 Euro, die aber heute alle einen Cynchstecker haben, der wurde abgeschnitten und mit 2 Bananensteckern versehen, da auch der alte Tuner den Flachkabeleingang besitzt.
Soweit für heute, demnächst stelle ich hier Bilder vom Bau des Radio ein mit jeweiliger kurzer Beschreibung.



 
UKW Tuner und die beiden Aü für EL 95 stammen aus einem Grundig RF 155, rechts im Bild der UKW Tuner



 
Die kleine selbstgebaute Endstufenplatine mit 2 Stück PL95




Die beiden verwendeten Trafos aus Restbeständen




So wurden sie unter dem Chassis eingebaut und dadurch entstanden die Probleme mit der magnetischen Einstreuung




Trafos und die beiden Aü montiert, die Gewindestange hält provisorisch das U-Blech auf Mass




Ansicht von oben des Chassis mit den vorgesehenen Baugruppen




Der kleine Stereodecoder fertig verkabelt, der in die Buchse der ZF Platine gesteckt wird




Komplette Verdrahtung unter dem Chassis mit der Gleichstromheizung und der  Siebung der Anodenspannung der Endstufe, die beiden Trimmer dienen zur Einstellung der EM800 Anzeigen




Detail vom gesteckten Stereodecoder, AZ 41 und ZF Platine




Komplettes Chassis eingesetzt in die genutete Bodenplatte




Bauphase des Gehäuses mit den beiden kleinen Kontroll Lautsprechern




Das fertige UKW Radio mit den beiden Boxen im Regal




Frontansicht des UKW Stereo Radio