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Luxkalif Seite 19

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Hier präsentiere ich demnächst ein Nixie Röhren Thermometer.

Und hier ist es, (fast) fertig am 6.12.2014:
Es verwendet  in etwa die gleiche Schaltung des Nixie-Voltmeter, allerdings ist der Eingangskreis natürlich viel einfacher, an den Eingang des CA3162= C520D (ehemalige DDR-Kopie) wird lediglich ein LM35 geschaltet. Während der Proben stellte ein Fachmann fest, das es besser ist antatt des 7404 den 7414 zu verwenden und am pin 6 des C520D den 12K Widerstand  zu entfernen. Danach funktionierte die Schaltung wesentlich stabiler. Die Eichung geschieht mit Eiswasser, mit dem zero adjust gleich man den C520D auf 0 Grad Celsius ab, danach benutzt man den gain Trimmer um die Raumtemperatur  genau einzustellen.Das Thermometer ist kein wissenschaftliches Instrument, aber die Genauigkeit bekommt man mit + - 0,5 Grad gut hin.
Es fehlt noch die Plexiglasabdeckung des Gerätes, der Messfühler LM35 ist aussen angebracht. Das Netzteil ist einfach und besteht aus einem Trafo 2 x 9V (1A). Eine Wicklung ist für die 5 V Versorgung der Chips, die andere Wicklung betreibt die Sekundärseite eines 13 V Trafos (10VA). An dessen Primärwicklung stellen sich dann ca. 130V ein, die als Ua der Nixies dienen.
Die genaue Ua (ca.170V DC) nach Gleichrichtung stellt man mit einem Widerstand gegen Masse ein, bei mir war der richtige Wert ein 68K 3W Belastung, aber das hängt immer vom verwendeten Trafo ab und muss man ausprobieren.
Auf Anraten habe ich am Ausgang des 7805 noch eine bidirektionale Suppressordiode 6V8CA geschaltet, die die Chips vor evt. Überspannungen schützt, mehr als 5 V vertragen die nicht und wenn der Regler sich verabschiedet, dann brennen auch alle Chips durch. Die Schaltkreise sind noch gut erhältlich, die Treiber für die Nixie Röhren sind K155ID1 aus Russland und den C520D bekommt man noch in Bulgarien oder Rumänien für relativ wenig Geld, circa 5 Dollar pro Stück.











Fertig bestückte Platine mit dem kleinen Netzteil links im Bild




Das fertige Gerät, das Netzteil ist unten eingebaut, rechts oben der LM35 , der aussen am Gehäuse sitzt





Die letzten Feinarbeiten haben begonnen, rechts oben der Schutz des LM35, ein alter Auspuffabschluss eines Stromgenerators mit frontalem Schutzsieb und die jetzt zugängliche Feinsicherung des Netzteiles




Der Schutz des LM35. Der Temperaturfühler reagiert relativ empfindlich, gegen Windeinflüsse sollte man ihn daher schützen




So ist der LM35 optimal geschützt





Das fertige Thermometer
 

Nachtrag: Die Plexiabdeckung musste zurückgebaut werden, da das Gerät sich innen aufheizt, da wandern dann die Chips, vermute mal hauptsächlich der C520D- A/D Wandler, aus dem Arbeitspunkt. Das Thermometer verfälscht die Temperatur innerhalb weniger Minuten auch um 3-4 Grad trotz aussen liegendem Sensor. Nach Abbau der Abdeckung zeigte nach kurzer Zeit das Gerät wieder die korrekte Temperatur an.

Die Nachrüstung eines UKW Nachrüstsatzes aus dem Jahre 1952 für den UKW Stereo Empfang unter Verwendung des Toshiba Chip TA7343 und der damit verbundene Bau eines Stereo-Röhrenradios bestehend aus 2 Mini Verstärkern mit E180F in PPP.
Das 17 Röhren Projekt!


Der verwendete UKW Nachrüst Tuner ist ein uralter Graetz UK83W mit der Röhrenbestückung ECC81 und 2 Rimlock-Röhren EF41 als Zf-Verstärker und 2 Kristalldioden in der Gleichrichterstufe. Es handelt sich um einen Konverter aus dem Jahre 1952, der als UKW Vorsatz Gerät in alte KML Radios eingebaut wurde. Das Gerätchen hat zwar einen kleinen Heiztrafos für 6,3V aber die Anodenspannung wird direkt aus dem Lichtnetz gewonnen. Das Chassis hat also keine echte Netztrennung, lediglich die Auskopplung der NF und die Abschirmung des Alubechers des Ratiodetektor  ist nicht direkt mit dem Chassis verbunden, sondern mit Kondensatoren an die Chassismasse gekoppelt, also eine Art Pseudomasse. Bei den erforderlichen Umbaumassnahmen der Gleichrichterstufe konnte diese Pseudomasse (ein 0,025 uf Kondensator) entfernt werden und es verblieb lediglich der kleine 500pf Keramikko, der den Alubecher mit der Chassismasse verbindet. Die Gleichrichterstufe des Detektors mit den beiden Kristalldioden erzeugt eine eigene unabhängige Masse für die NF-Auskopplung und der 0,025uf Kondensator sorgte lediglich für eine zusätzliche Brummeinstreuung im NF-Eingang des Stereodecoders. Anfangs äusserte mehr als eine Person Zweifel, ob es möglich sei, einen solchen alten Konverter auf Stereoempfang umzubauen, da evt. die ZF Spulen und der verwendete Gleichrichterkreis dafür nicht geeignet seien, man wies darauf hin das ein Neuabgleich bzw Bedämpfung der ZF-Spulen ggf. notwendig sei und das man dazu mit speziellen Messgeräten (Wobbler usw.) neu abgleichen müsste. Vorweg gesagt: Die einzigen Messgeräte, die ich besitze, sind Multimeter. Kurz gesagt, Probieren geht über Studieren in diesem Falle und los ging es mit der Arbeit. Der Konverter besitzt nicht einmal eine "moderne" Röhrenbestückung mit ECC85 und EF89, sondern verwendet im Eingang noch die ältere ECC81! Doch erwies er sich bei Monoempfang als sehr empfindlich, trennscharf und frequenzstabil an einer Zimmerantenne (240 Ohm Faltdipol für 2,95 Euro!). Das überzeugte mich, das dieser Konverter sehr gut abgeglichen war und das die ZF-Spulen den Pilotton des Stereoträgers sehr gut durchlassen müssten um einen modernen Chip Konverter sicher zu einer sauberen Kanaltrennung zu bewegen. Um überhaupt einen Stereoempfang zu ermöglichen muss man (das gilt generell) als Erstes die Deemphasis-Glieder in der Gleichrichterstufe ausbauen, das ist ein Widerstand und ein kleiner Kondensator an Masse geschaltet. Eine weitere Massnahme ist die Zeitkonstante des Elko-Paralellwiderstand-Gliedes zu verändern. In dem Gerät bestand dieses Glied aus einem 5uf Elko mit einem 20Kohm Widerstand, das ich auf 10uf und 10Kohm änderte, so wie mir jemand das empfohlen hatte. Der ganze Eingriff dauerte eine halbe Stunde und der Chipdecoder gab mir sofort eine einwandfreies und trennscharfes Stereosignal an seinen beiden Ausgängen bei 90% der zu empfangenen Sendern mit der Zimmerantenne. Der alte Nachrüstsatz wurde sozusagen im Jahre 2015 noch einmal nachgerüstet auf Stereoempfang. Der Stereodecoder ist der Nachbau eines nicht mehr oder nur noch schwer erhältlichen alten Kemo Bausatzes, verwendet wurde der in Italien noch immer für 1,- Euro erhältliche Toshiba Chip TA7343, der baugleich mit dem im Kemo Bausatz verwendeten Decoder ist. Der Abgleich des Decoders besteht aus der Einstellung eines Trimmers für die Stereoanzeige, einfacher geht es nun wirklich nicht. Aus Sicherheitsgründen bekam der kleine Decoder ein eigenes Netzteil bestehend aus einem 7V Trafo (Ausbau aus altem Transistorradio) und einer Gleichrichterbrücke, die Siebung der Gleichspannung befindet sich schon auf der Platine (Elko 470uf). Der Decoder funktioniert mit Spannungen zwischen 4,5V und 12V, mit dem Trafo stellen sich bei leuchtender LED circa 8V Betriebsspannung ein. Der Stereoempfänger gibt bei gutem Empfang ein trennscharfes und rauschfreies Stereosignal ab, der Chip TA7343 arbeitet sehr gut, aber umso unglaublicher ist die Tatsache das dieser uralte UKW Vorsatz so hervorragend funktioniert mit seinen drei Röhren und  lediglich bei Anschluss einer primitiven Zimmerantenne!
Prinzipiell lässt sich jedes alte UKW Röhrenradio auf den Stereoempfang umrüsten, der Eingriff besteht immer aus der Entfernung der Deemphasis Glieder und einer kleinen Modifizierung der Gleichrichterstufe, in der Regel ein symmetrischer oder asymmetrischer Ratiodetektor. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Gleichrichtung mit einer Röhren Doppeldiode (z.B EAA91 bzw. meistens EABC 80) oder Kristalldioden erfolgt, man verändert einfach die Zeitkonstante des Elko-Parallelwiderstand Gliedes in der Detektorstufe. Vorraussetzung ist aber, das die ZF Spulen des Empfängers, also die 10,7Mhz Zwischenfrequenz, genau abgeglichen ist und die ZF Spulen breitbandig genug sind, notfalls schaltet man einen 33K bis 50K Widerstand parallel zum Sekundärkreis der ZF-Spulen. Dieser Eingriff ist aber meistens nicht nötig, ein uraltes Gerufon Chassis belohnte mich mit dem gleichen Erfolg. Astreiner Stereoempfang lediglich nach dem Eingriff in der Detektorstufe!
Schaltbilder von Chip Decodern für den Stereo Empfang gibt es jede Menge im Internet. Welchen Stereodecoder man bauen möchte, hängt lediglich von der  guten Verfügbarkeit des erforderlichen Chips ab, bei mir eben der TA7343, aber es gibt diese auch im DIL16 Gehäuse steckbar auf Sockel. Funktionieren tun Diese alle, ohne grossen Abgleich und das Schaltbild ist zu 90% immer das Gleiche, lediglich einige Elko und Widerstandwerte ändern sich. Mein Tip: Die einfachen Schaltungen funktionieren meistens am Besten, bloss nichts kompliziert machen! Ein alter Röhrenempfänger  hat meistens auch nur drei Stufen: UKW Eingangsstufe und zweimal ZF Verstärkung und schwupps sind wir schon am Detektor angelangt. Das gute Stereosignal hängt zum grossen Teil von der Antenne ab und wie gut das Radio abgeglichen ist.
Genug geschrieben, einige Bilder erklären besser, wie man es macht:
 



Dies ist eine alte Werbung des UKW Konverters der Firma Graetz-Altena von mir ergänzt:
Edition 2015 jetzt in Stereo!




Der kleine fertig aufgebaute Stereodecoder mit dem TA7343 und seinem Netzteil




Die fertige 17-Röhren Stereoanlage. 12 x E180F (bzw. 6j9p Russki), 2 x EAM86, 2 x EF41, 1 x ECC81
Sehr schön zu sehen die Stereoanzeige im Konverter




Die vorgenommenen Änderungen in der Gleichrichterstufe des Vorsatzgerätes UK83W



Typische Decoderschaltungen mit Chip
 

Die NF-Verstärker bestehen aus den schon beschriebenen Lucky Sixpack Endstufen mit jeweils 6 E180F bzw 6j9p Röhren. Jeder Kanal hat die  Aussteuerungsanzeige mit einer EAM86.
 
Der Bau eines geregelten Netzgerätes für Röhrenradios und Röhrenverstärker und zum Prüfen von Röhren
 

Wer mit alter Röhrentechnik arbeitet wünscht sich des Öfteren während der Reparatur- oder Bastelarbeiten kurzfristig die erforderlichen Spannungen für Testzwecke zur Verfügung zu haben. Daher ist der Bau eines Netzgerätes sehr praktisch. Dieses Netzgerät sollte die erforderlichen Spannungen in stabilisierter und regelbarer Form liefern, über eine ebenso regelbare negative Spannung verfügen und ausserdem verschiedene Heizspannungen zur Verfügung stellen. Mit einem solchen Gerät lassen sich dann auch Röhren prüfen, man stellt am Netzgerät die in den Datenblättern bzw. in den Kurven abzulesenden Werte ein und vergleicht die gemessenen Ist-Daten mit den Sollwerten. Damit kann man schnell und absolut präzise feststellen, ob eine Röhre noch brauchbar ist oder nicht, zudem kann man die Leistungskurven der Röhre mit dem Gerät aufnehmen, indem man die in verschiedenen Arbeitspunkten gemessenen Daten auf Millimeterpapier überträgt. Dadurch erhält man eine absolut sichere Aussage über das Verhalten der Röhre im Verstärkerbetrieb und ist ausserdem in der Lage nachzuprüfen, ob diese Röhre  den Datenblättern entspricht. Das ist heute besonders wichtig, da die neu produzierten Röhren oftmals von diesen Daten doch erheblich abweichen und mit teilweise sehr phantasiereichen Leistungsdaten verkauft werden, die häufig mit den Originaldaten nicht mehr übereinstimmen.
Beim Entwurf des Netzteiles hat man zwei Möglichkeiten, entweder man verwendet eine Regelschaltung mit Leistungsröhren, dazu benötigt man teure Endröhren z.B. vom Typ EL34, oder man benutzt heutige moderne Technik mit Leistungshalbleitern, in diesem Falle unter der Verwendung von MOSFET Transistoren. Das hier vorgestellte Gerät benutzt die moderne Technik, sie baut leichter und ist auch preiswerter zudem wird das Gerät auch wesentlich kompakter.
Aus Sicherheitsgründen werde ich hier keine Bauanleitung  und Schaltpläne einstellen, das Netzgerät liefert lebensgefährliche Spannungen und ist zum Nachbau lediglich für erfahrene Bastler  oder Elektrofachleute geeignet. In jedem Falle übernehme ich keine Verantwortung und verzichte daher auf eine Baubeschreibung. Mein Exemplar hat folgende Leistungsdaten:
Regelbare und stabilisierte Anodenspannung von 0V bis 325V, Anodenstrombegrenzung eingestellt auf circa 100mA, aber 200mA bis 300mA sind durchaus möglich, das hängt vom verwendeten Trafo  und von der Kühlung des MOSFET BUZ382 ab. Regelbare und stabilisierte G2 Spannung von 30V bis 260V, Strombegrenzung eingestellt auf circa 20mA, regelbare und stabilisierte negative G1 Vorspannung von 0V bzw 1,2V bis 28V. Heizspannungen 2,5V, 4,0 bis 4,5V, 6,3 V und 12,6V bei maximal 50VA Leistung des Heiztrafos. Kühlung der MOSFETS BUZ382 und IRF840 durch einen Lüfter mit 2-Punktregelung bei Tü= 50 Grad Celsius. Spannungs- und Stromanzeigen mit analogen Messinstrumenten. Die Ausgangsspannungen Ua, Ug2 und -Ug1 sind kurzschlussfest. Als Bauteile verwendete ich fast nur gebrauchtes Material oder Bauteile, die in der "Grabbelkiste" verfügbar waren. Im Gerät wurden insgesamt 5 Trafos verbaut, 2 alte Röhrentrafos, ein Heiztrafo und 2 kleine Printtrafos für die Hilfsspannungen. Die maximale Eingangsspannung der Hauptplatine für die Regelung der Ua beträgt 270V Wechselspannung, da der BUZ382 maximal 400V Gleichspannung verträgt.





Die fertige Platine für die Ug2 Regelung




Die fertig bestückte Platine für die Regelung der Anodenspannung Ua. Diese hervorragende Platine wurde von Matt aus Nürnberg entwickelt




Frontansicht des Netzgerätes während der Endmontage




Ansicht des Gerätes von oben während der Proben und Einstellarbeiten




Andere Seite des Gerätes mit der kleinen Platine für die -Ug1 Regelung und der Ug2 Platine




Ansicht der Hilfstrafos und der Gleichrichtung für den Lüftermotor




Rückansicht des Gerätes mit den Trafos, Links Anodentrafo für max. 150mA, Mitte Ug2 Trafo für max 20mA und rechts der Trafo für die Heizspannungen, oben die Hilfstrafos für 2 x 15V und 21 V sowie Regelplatine für die -Ug1 und der Gleichrichter sowie Ladeelko 180uf 400V der Ua Platine


Der Bau von kleinen Digital Multi Metern, kurz DMM genannt, unter Verwendung obsoleter Chip, CA3162 und CA3161 bzw. den entsprechenden alten Schaltkreisen aus Tätärä (DDR) Produktion:

Ein sehr freundlicher Teilnehmer aus Jogis Röhrenforum (Gert aus Pulsnitz) schickte mir 2 Stück MQE10 Anzeige Module aus ehemaliger DDR Produktion, um damit dreistellige Spannungs- oder oder Strom Anzeigemodule zu bauen. Der unermüdliche Obelix entwickelte flugs die kleine Platine für den Aufbaiu der Schaltung. Ich ziehe es vor mit alten Schaltkreisen zu bauen, da ich es hasse von evt. Scripten und Programmierung  der moderneren 1 Chip Schaltungen abhängig zu sein. Ich will das einfach nicht. Sofern ich ein oder zwei Trimmer habe, mit denen ich alles einstellen kann bin ich zufrieden. Inzwischen bin ich dabei weitere Module mit den 7 segment LED displays aufzubauen unter Verwendung des C520D und des D348D aus DDR Produktion. Der C520D entspricht dem CA3162, der D348D kann notffalls durch leichte Änderungen am Layout durch den hier besser erhältlichen SN74LS247 ersetzt werden. Die beiden MQE10 Module funktionieren bereits sehr gut und ich habe sie mit einem 1000V Messbereich ergänzt. Die gleiche Erweriterung werde ich auch bei den anderen Modulen durchführen, da bei den Röhrengeräten ein 100V Messbereich nicht ausreichend ist.
 




Das fertige kleine Messgerät, die dicken 1Meg Widerstände sind für den 1000V Eingang


Inzwischen habe ich auch das Radio repariert, das ich mir 1975 von meinem ersten selbstverdienten und zusammen gespartem  Geld kaufte: Einen Sony ICF5500 (Captain 55)! Leider verlor ich zwischenzeitlich den originalen Stereodecoder TA- 60 und das Originalnetzteil.
Aber es wurmte mich, das das Radio beschädigt war, der Knebel eines Schalters war abgebrochen und ein Ersatzteil im Jahre 2015 natürlich unauffindbar. Ein guter Mensch (LotharH.) schenkte mir seinen defekten ICF5500 und so konnte ich das Projekt der alten Sony Geisha ernsthaft angehen. Dieses bestand aus der Reparatur des Gerätes, Bau eines Stereodecoders mit TA7343 und ein Netzteil für 4,5V zum Betrieb des Radios und einem 7V Netzteil für den Decoder. Letztere Baugruppen alle in einem gemeinsamen Gehäuse. Das Radio kann dann in Stereo an einem meiner beiden Nuvistor-Verstärker betrieben werden.
Bei dem alten Sony Radio muss man aufpassen mit der Versorgungsspannung! Das Gerät verträgt auf Dauer keine 6V Batteriespannung, die Höchsspannung im Dauerbetrieb darf 4,8V nicht übersteigen, sonst verabschiedet sich der einzige Chip  in der NF-Vorstufe im Radio. Natürlich ist dieser Chip heute unauffindbar! Hinsichtlich der Technik des Radios war dieses 1975 seiner Zeit weit voraus, es montierte bereits einen FET Transistor in der UKW-HF Vorstufe (!!!!) und hatte für UKW insgesamt 5 ZF-Verstärkerstufen (!!!!!). Ausserdem hat es den MW Bereich und 2 Kurwellenbereiche (SW und Marine). Von der Ausstattung her gesehen besitzt es eine gehörrichtige Lautstärke mit Loudness ON-OFF, getrennte Bass- und Höhenregler (nur bei Monobetrieb) Umschaltung der Antennenempfindlichkeit DX-LOCAL, Schalter für Tune/Batt und VU und einen 60 Minutentimer, wenn man mal ein Mittagsschläfchen halten will. Ausserdem sind verfügbar: Aux-in, NF-out, MPX-out, Aussenantennenklemmen für MW, KW und UKW, KH- Ausgang für 6,5 bis 8 Ohm und natürlich die Buchse für die externe Stromversorgung, sowie eine Buchse für 4,5V out. Diese diente zur Versorgung damals erhältlicher Sony Zubehörgeräte. Der wichtigste Ausgang als 3,5mm Klinkenstecker ist der MPX Ausgang, der das UKW Stereosignal an den Decoder liefert. Insgesamt gesehen war es für die damalige Zeit ein sehr gutes und empfindliches Empfangsgerät mit reichhaltiger Ausstattung, das auch heute noch Seinesgleichen sucht. Als ich das Gerät öffnete, das Werkstattmanual findet man problemlos online, war ich angenehm überrascht, die Bauteilekontrolle ergab auch nach gut 40 Jahren keine defekten Kondensatoren oder Elkos. Etwas leichten Staub entfernen und etwas Fett auf die Zahnradübersetzungen der Filmskala waren die einzigen Wartungsmassnahmen, die Kunststoff-Filmskala war wie neu, keine Risse und nach wie vor perfekt elastisch. Keine Kontaktprobleme am Wellenumschalter, keine Oxydationen von Kontakten und Schalterkontakten. Sony verwendete damals unzweifelhaft sehr gutes Material! Zweifelhaft, ob man eine derartige gute Bauqualität heute noch findet, vermutlich höchstens für militärische Anwendungen.
Decoder und Netzteile waren schnell gebaut. Als Stereodecoder verwendete ich wie üblich den Toshiba Chip TA7343, der auch heute noch leicht zu finden ist mit einem sehr niedrigem Preis. Ausserdem benötigt man wenige externe Bauteile für die kleine Platine.
Und so kam ich zu einer kompakten aber hochwertigen kleinen Stereoanlage.
 
 
 

 
 

 
 
Bauphase des Dedoder und der Netzteile




 
Das fertige Bauteil


 
Der Sony ICF5500 (Captain 55)


 
Der Nuvistor Stereoverstärker mit EM84 Aussteuerungsanzeige



 
 
Die kleine komplette Anlage
 

Ich habe die Fotos bewusst in grosser Auflösung eingestellt, da ich an dieser Anlage sehr hänge, es sind halt nostalgische Gefühle aus meiner Jugendzeit, die mich leiten.

Nach einigen kleinen Zwischenprojekten ging ich dann mein Lieblingsprojekt an. Ich wollte mir endlich eine Nixieuhr bauen, dabei aber bewusst alles auf TTL-Basis belassen, da ich diese Prozessortechnik und das Arduino Gefummel nicht mag, nicht beherrsche und auch nicht beherrschen will. Nach langem Suchen bezüglich geeigneter Schaltung, Layout, PCB usw usw. fiel meine Wahl auf die Nixieuhr Nr.2 von Hans Borngräber (www.roehrenkramladen,de). Die Projekte vom Hans funktionieren immer und sind daher absolut nachbausicher. Ich bin leider etwas gehandycapt in dieser Beziehung: Ich habe nicht die Superausrüstung um so feine Leiterbahnen zu löten, meine Augen sind schon alt und nach einem leichten Schlaganfall ist die linke Hand auch nicht mehr so sicher, drei Finger sind etwas unbeweglicher geworden. Aber ich wollte diese Uhr unbedingt bauen.
Die erforderlichen Chips sind noch immer sehr gut und preiswert erhältlich und im Keller lagen noch russische IN-17 Nixieanzeigen. Freund Obelix machte mir eine Anzeigeplatine für die 6 Nixies während ich aus Gebrauchtteilen das Netzgerät zauberte. Ein alter kleiner Trafo von PGH Trafobau Halle (ex Tätärä) war perfekt:
Sekundär 220V und 12 V, eine altes Netzfilter von der armee' francaise, 2 kleine Universalnetzteilplatinen ( gehen für LM Typen, 78xx und auch für den LR8 Regler) und so hatte ich flugs die 5V (ca.170mA) als auch die 180V Ua (ca. 11mA) für die Nixieanzeigen stabilisiert zur Verfügung. Als dann vom Hans Borngräber die Hauptplatine ankam, war ich erst einmal schockiert. Wie sollte ich diese feinen Leiterbahnen und Lötaugen jemals verlöten können? Drei Tage sprach ich mir Mut zu und dann ging es los, es mussten 18 Stück TTL-Fassungen eingelötet werden, zig Kabel an die Nixies verlegt und angeschlossen werden und  passive Bauteile sowie Drahtbrücken eingebaut werden. Es war eine riesige Fummelarbeit, jede Lötstelle kontrollierte ich zigmal mit der Lupe auf Güte, Kurzschlussfreiheit und darauf, das es keine Lötbrücken zu der nächsten dünnen Leiterbahn gab. Als ich dann endlich fertig war, sagte ich mir: das funktioniert nie dieses TTL-Massenlager! Ich schloss es ans Netzteil an und natürlich funktionierte es nicht, die Spannungen stimmten, aber an einigen TTL kamen die 5 V nicht an. Also suchen und auch bald darauf gefunden. Ich war zu gut bei der Kontrolle gewesen, da wo eine winzig kleine Lötbrücke hingehörte, war sie nicht vorhanden. Kurz danach funktionierte auch die Anzeige der Sekunden, aber die Uhr lief nicht an, der Oszillator CD4060 taktete nicht und am LS74 kam kein 1 Hz Signal aus seinem Ausgang. Wieder die Platine geprüft, aber diesmal fand ich absolut keinen Fehler und die 5V lagen an. Also raus mit dem Chip 4060 und einen Anderen eingebaut, anderes Fabrikat und andere Serie: Und siehe da sie tickerte los! Ein weitere kleiner Fehler war schnell beseitigt, ich hatte am Sekunden-Einer die Anzeige 8 mit der 9 vertauscht, Kleinkram! Da war ich natürlich sehr zufrieden und baute die Uhr ins Gehäuse ein. Alles funktionierte (fast) perfekt. Nach 24 Stunden ging sie bereits 6 Sekunden zu schnell. Das konnte nur am zu kleinen Wert des C-Trimmers am Oszillator liegen, da gehörte 5-35pf rein ich hatte aber nur 5-15pf zur Verfügung, also unter der Platine noch einen 10pf parallel angelötet und alles auf circa 25pf eingestellt.
Den Schaltplan, Platinenlayout und eine Beschreibung der Nixieuhr gibt es auf den Seiten vom Hans Borngräber unter Nixieuhr 2 Platinenversion. Und hier einige Fotos vom Projekt:
 



Hier das Netzteil! Die kleinen  Netzteilplatinen entstanden in Zusammenarbeit mit Obelix.
Der LR8 muss unbedingt gekühlt werden, da er circa 11mA Anodenstrom für die Nixieanzeigen liefern muss!




Hier die fertige Anzeigeplatine "Made by Obelix" mit den 6 IN-17 Nixies, ich habe die Kontaktbelegung hinzugefügt. Die "DOT" Punkte sind kleine 12V Minilampen, die bei 5V die gleiche Leuchtfarbe wie die Nixieanzeigen haben!




Bild vom Testaufbau, als die Uhr erstmalig funktionierte!




Die fertige Uhr im Gehäuse, es fehlt noch der Feinschliff, Ölen des Holzes und die Plexiglasabdeckung
 
Wie bereits gesagt, wer diese Uhr auch bauen möchte, wende sich an Hans Borngräber (www.roehrenkramladen.de), auf seinen Seiten wird die Uhr gut beschrieben und man kann ein fertiges PDF mit allen Angaben herunterladen!
Wenn ich das geschafft habe, werdet Ihr das auch schaffen!
Noch einmal zu den Bauteilen: Ich bin Bauer und auch Schrotti, ich werfe nie etwas weg, sammle und verwerte alles. Ein Beispiel: Die Befestigung des LR8 am Kühlblech ist die Kabelklemme aus einem alten Schukostecker, heute ist das nur noch Plastikmist, damals arbeitete man noch gut und robust, verwendete Metall! Die Verbindungskabel habe ich beim Ausschlachten alter Medizingeräte gerettet, die IC Fassungen habe ich teilweise in einem Müllkarton auf der Strasse gefunden, auch die Schalter/Taster sind Ausbau aus alten Medizingeräten. Der Netztrafo ist ein uraltes Teil noch aus DDR-Produktion, das Netzfilter kommt aus einer alten französischen Militär-Telefonanlage, die passiven Bauteile sind Industrierestposten.

Anmerkung: Die Uhr brauchte noch eine kleine Korrektur. Mein C-Trimmer 15pf war zu klein (ich hatte keinen Anderen) und damit sie präzise läuft musste ich einen 18pf Kondensator parallel zum Trimmer löten. Inzwischen ist auch die Plexiabdeckung in Arbeit.
 


 

Die fertige Uhr mit der Abdeckung