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Luxkalif Seite 10

Neue Seite, neues Thema!
Gleichrichterröhren: Die wohl langweiligste Röhre in einem Verstärker ist die Gleichrichterröhre, noch schlimmer sind eingebaute Sandteile wie Dioden.
Normalerweise benutzt man heute Doppelweggleichrichter, von der EZ81 angefangen bis zu den US-oder Russischen Gleichrichtern.
Diese gefallen mir alle nicht, allen gemeinsam, ihr Innenwiderstand ist einfach zu hoch und Power haben sie alle nicht. Netzteile für Röhrenamps sollten immer eine große Leistungsreserve haben und bei Impulsbelastungen nicht einknicken. Heute basteln alle mit großen Elkos um dieses Problem zu mildern, aber dafür waren diese Röhren nicht ausgelegt. Am Besten wählt man einen Drossel-Kondensator Eingang, braucht man zwar eine höhere AC-Trafospannung, aber bei den Röhren, die ich hier vorstelle, spielt das keine Rolle.
Es sind meine Lieblingsgleichrichter, diese Röhrentypen lösen alle Probleme. Sie vertragen hohe Spannungen, liefern hohe Ströme bei einer Eingangsspannung unter 1000 Volt, und haben einen geringen inneren Spannungsabfall, circa 15 Volt. Das ist sehr wenig.
Es gibt auch einen Hochvakuum- Austauschtyp, allerdings ist sein innerer Widerstand höher und damit auch der innere Spannungsabfall. Aber es ist die schönste Gleichrichterröhre, die ich kenne. Dagegen sind alle anderen Vakuumgleichrichter einfach nur eine triste Lösung, die nichts hergibt. Auch bezweifele ich bei 90% der heute verwendeten Gleichrichter ihre Qualität, für mich sind das nur Notlösungen.
Den Vakuumgleichrichter, den ich meine, ist der absolute König unter den Gleichrichtern, dieser Röhre kann man die Show nicht stehlen, ein absoluter Blickfang:
Der amerikanische 836 Gleichrichter verträgt bis 5000 V auf der Anode und liefert dann immer noch 250mA pro Röhre, bleibt die Ua Spannung unter 1000V liefert das Teil auch 400mA ohne Probleme.
Kein Wunder; Heizleistung : Bei 2,5 V und 5 A.





 
Der totale Blickfang in einem Verstärker: Die Heizung des 836 Einweggleichrichters.



 

Die Röhre in ihrer vollen Schönheit und wie sie im Dunkeln leuchtet



 
Die Verpackung der US-Navy von 1943, die Röhren gibt es nur original, und heute sind diese selten zu finden.
Ein echtes Netzteil für Verstärker baut man mit Powerröhren, entweder Mercury Gleichrichter (Blaufunzler) oder Xenon Gasgleichrichtern (Lilafunzler) wie die 3 B28.
Blaufunzler sind die kleinen Typen 83 oder 816 und auch europäische AX-Typen. Größere Gleichrichter sind die famose 866A, diese löst alle Probleme in jedem Verstärker. Es gibt sie in 2 Ausführungen, dem schlanken Kolben und den alten bauchigen Kolben, ein Mittelding ist die 3 B28.



 

Eine 3B28 im Prüfgerät, Der Xenon Gasgleichrichter ist eine modernere Version der Hg-Gasgleichrichter. Für alle diese Röhren gilt, das man sie 30-40 Sekunden vorheizen muss, bevor man die Hochspannung vom Trafo zuschaltet, das gilt besonders für die HG-Gleichrichter, es ist ein zwingendes MUSS!
 
 

866A HG-Gleichrichter in der schlanken Kolbenversion, diese hier ist von Amperex. Eine Show in jedem Verstärker und Power fast ohne Ende, dieser Röhre kann man bei Ua kleiner 1000 V  jedenfalls problemlos 500mA Anodenstrom entziehen, dabei bleibt der innere Spannungsabfall konstant, er ist immer bei circa 15 Volt, egal bei welcher Last oder Impuls-Lastwechsel, dieser Gleichrichter "knickt" niemals ein.


 

Die ältere Version mit dem alten bauchigen Kolben, diese hier ist von Sylvania.

Sicherheitshinweis: Die HG Gasgleichrichter haben eine erhebliche Quecksilberfüllung, vorsichtiges Behandeln bitte!
Mir ist im Betrieb noch nie eine Röhre geplatzt oder gerissen, meine 866A stecken als Erstbestückung seit fast 10 Jahren in meinem Verstärker und verrichten ihren Dienst ohne Probleme, Gasgleichrichter sind quasi unkaputtbar, vor allem bei den "geringen" Anodenspannungen in einem Verstärker, also Spannungen unter circa 1000V, sie wurden immerhin für eine Betriebsspannung von 7500V (866A) konstruiert. HG-Gasgleichrichter müssen immer vorgeheizt werden ohne die Anodenspannung zuzuschalten, mindestens 30-40 Sekunden lang und dürfen nur senkrecht betrieben werden.
Beim ersten Benutzen einer HG-Gleichrichterröhre muss diese für circa 15 Minuten NUR geheizt werden, die HG-Füllung sozusagen "formiert" und neu verteilt werden, dazu MUSS die Röhre senkrecht montiert werden.
HG-Gasgleichrichter sind Sondermüll und die HG Füllung ist giftig, wie die der alten Fieberthermometer mit Quecksilberfüllung.
Bei richtiger Behandlung der Röhren passiert nichts, aber das gilt für alle Dinge im Leben.
Ähnliches gilt für Xenon-Gasgleichrichter, auch diese sind als Sondermüll zu behandeln. Die Gasfüllung ist nicht radioaktiv wie manche ausführen oder meinen.

Aber vergessen wir nicht: Alle diese Gleichrichter sind die Schönsten und auch Effektivsten, die es gibt. Für das Röhrenhobby eine echtes Muss!
 
Noch ein Hinweis: Es gibt da diese HIFI-Guru-Schwachmaten, die behaupten, das diese Gleichrichter stören würden, da sie HF in den Verstärker bringen. Bei den NF-Anwendungen mit derartig niedrigen Versorgungsspannungen passiert das garantiert nicht, diese Probleme gab es , wenn diese Röhren bei Sendern bei Ausnutzung ihrer Specs betrieben wurden.
Also entspannt Euch, kein Problem.